AG Kulturgeographie

Was ist Kulturgeographie?

Räume und Orte haben für uns Bedeutung. Obwohl diese Bedeutungen subjektiv (d.h. nicht 'objektiv') sind, sind sie keine reine Privatsache. Sie sind eingebettet in ein kollektives Inventar von gemeinsam geteilten Bedeutungsmustern und Praktiken. Wenn wir uns in unserem Handeln auf unsere Umwelt beziehen, dann beziehen wir uns eher auf diese Bedeutungsebene, als auf die 'objektive' Realität. Orte, Räume, Dinge werden für uns real, indem wir ihnen eine Bedeutung geben.

Diese Ebene der Bedeutungszuschreibungen, die gewissermaßen über den 'objektiven' Dingen und Räumen liegt, bildet den Ansatzpunkt der Kulturgeographie. In diesem Sinne ist Kultur allumfassend und kann kein Untersuchungsgegenstand neben anderen sein. Ein kulturgeographischer Ansatz zeichnet sich weniger durch sein besonderes Objekt aus – eigentlich kann alles zum Untersuchungsobjekt der Kulturgeographie werden –, sondern vielmehr durch seine besondere Perspektive, die von den Bedeutungen und alltäglichen Praktiken ausgeht, in die Räume, Orte und Dinge eingebunden sind.


Kultur hat man nicht, Kultur macht man

Es gibt kein Archiv kultureller Bedeutungsmuster. Kultur besteht nur in dem Maße, wie sie praktiziert und 'verkörpert', produziert und reproduziert wird.

Kultur ist immer im Fluss

Bedeutungen sind nicht ein für alle Mal festgelegt. Indem Kultur produziert und re-produziert wird, verändert sie sich ständig.

Kultur ist politisch

Bedeutungen sind umstritten und umkämpft. Bei vielen raumbezogenen Konflikten geht es nicht allein um Nutzungskonkurrenz sondern ebenso um die 'Deutungshoheit' über einen Raum bzw. Ort.


In der Kulturgeographie geht es darum, wie wir Räumlichkeit in unseren alltäglichen Praktiken mittels kulturell codierter Bedeutungen erfahren und wie wir diese Bedeutungszuschreibungen des Räumlichen mit- und gegeneinander aushandeln.

 

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