AG Kulturgeographie

Engagement und Alltag

Eine Analyse zivilgesellschaftlicher Daseinsvorsorge in ländlichen Räumen aus praktikentheoretischer Perspektive

 

Gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) (2018-2019)
Projektleitung: Prof. Dr. Florian Dünckmann
Mitarbeiter: Jens Reda

 

Zivilgesellschaftliches Engagement erfährt seit längerem eine erhöhte Aufmerksamkeit in der ländlichen Entwicklung. Geschlossene Dorfläden und Arztpraxen, sinkende Schüler_innenzahlen oder nicht ausgelastete (Ab-)Wasserleitungen sind in ländlichen Räumen längst keine Seltenheit mehr. Obwohl diese Entwicklungen in den verschiedenen ländlichen Räumen Deutschlands in unterschiedlicher Intensität ablaufen, hat sich eine Sichtweise etabliert, in der strukturschwache ländliche Räume als Problemfälle im demographischen Wandel dastehen.

In diesem Zusammenhang und vor dem Hintergrund einer Krise des wohlfahrtsstaatlichen Systems diskutieren Arbeiten, die sich mit zivilgesellschaftlichem Engagement in ländlichen Räumen befassen, v.a. dessen Möglichkeiten und Grenzen für die Aufrechterhaltung von Daseinsvorsorgeleistungen. Dabei wird die Verantwortungsverlagerung von staatlichen Institutionen auf die Bürger_innen zunehmend kritisch betrachtet und eine stärkere Hinwendung zu subjektiven Wahrnehmungen und alltäglichen Bedeutungsmustern von Engagement gefordert.

Das Forschungsvorhaben greift diese Forderungen auf und rückt das Verhältnis von Alltag und zivilgesellschaftlichem Engagement im Kontext dörflicher Daseinsvorsorge in den Fokus. Ausgehend von der grundlegenden Frage, wie zivilgesellschaftliches Engagement und Alltag miteinander verflochten sind, ist es das Ziel, einen konzeptionellen Zugang zu entwickeln, der die praktische Ausübung zivilgesellschaftlichen Engagements und dessen Alltagsverflechtungen analytisch fasst und damit die alltäglichen Bedeutungsmuster von Engagement in ihren raumzeitlichen wie auch affektiven Dimensionen zugänglich macht.