AG Kulturgeographie

Begleitforschung zum BMVI-Projekt NAF-Bus

Nachfragegesteuerte Autonom Fahrende Busse im ländlichen Raum

 

Gefördert durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) (2017-2020)

       Projeewktleitung: Prof. Dr. Florian Dünckmann

       Mitarbeit: Jana Kühl

 

 

Seit mehreren Jahren wird das ÖPNV-Angebot in ländlichen Räumen aufgrund sinkender Nachfragepotentiale sukzessive zurückgefahren. Junge wie ältere BewohnerInnen ländlicher Räume, die keinen PKW nutzen könne, haben hier kaum Möglichkeiten, im Alltag selbstbestimmt mobil zu sein.

Doch wächst gerade in Anbetracht der demographischen Alterung der Landbevölkerung der Handlungsbedarf, auch im ländlichen Raum und auch ohne einen PKW Mobilität zu ermöglichen. Diese sozialpolitische Forderung erfährt durch klima- und umweltpolitische Ziele der Emissionsreduktion im MIV Unterstützung. Die alltägliche Mobilität in ländlichen Räumen ist zu großen Teilen vom MIV bestimmt. Der ÖPNV als klima-und umweltschonende Alternative zum MIV scheint keine Rolle zu spielen – nicht zuletzt auch, weil keine adäquate ÖPNV-Anbindung besteht. Um dies zu ändern, sind attraktive Angebote im ÖPNV gesucht.

Auf der Suche nach Lösungen versprechen autonom fahrende Busse eine Chance, ländliche Räume flächendeckend und zu jeder Zeit an den ÖPNV anzubinden. Aufgrund einer vollautomatischen Abwicklung der Fahrten können Streckenrelationen bedient werden, die sich aufgrund einer hohen Kostenineffizienz nicht im herkömmlichen ÖPNV abdecken ließen. Zugleich bieten autonom fahrende Busse einen flexiblen, taxi-ähnlichen Shuttleservice, wodurch dem ÖPNV ein neuer Komfort verliehen wird. Nicht zuletzt eignen sich autonom fahrende Fahrzeuge auch besonders für den Ausbau der Elektromobilität, da jedes Fahrzeug, welches gerade keine Passagiere befördert, flexibel eine Ladestation anfahren kann.

Gegenwärtig befindet sich der Einsatz autonom fahrender Busse noch in der Entwicklungsphase. Im Rahmen des Projektes NAF-Bus (Nachfragegesteuerte Autonom Fahrende Busse) werden eben solche autonom fahrenden Kleinbusse als Angebot im ÖPNV erprobt, die anstelle eines Fahrplans von den Fahrtwünschen der Kunden geleitet werden. Sie dienen als Shuttle in den nächstgelegenen Ort sowie als Zubringer zu starken ÖPNV-Achsen und sollen so als „individueller ÖPNV“ ein attraktives und praktikables Angebot für die Bewohnerschaft vor Ort, Besucher, Touristen und Berufspendler schaffen. Die Bearbeitung des vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) geförderten Projekts erfolgt im interdisziplinären Verbund von u.a. Verkehrsbetrieben, Verkehrsplanern, Ingenieuren sowie Softwaresystem-Experten und Rechtswissenschaftlern der CAU zu Kiel. Dabei ist neben technischen und juristischen Fragen von grundlegendem Interesse, wie das neuartige ÖPNV-Angebot von der Bevölkerung angenommen wird. Hierfür bearbeitet die AG Kulturgeographie eine Akzeptanzstudie und führt Bürgerbeteiligungsverfahren durch. Zusätzlich ist die AG Kulturgeographie mit der Vernetzung von Akteuren der Regionalentwicklung betraut, um autonome Busse on demand gemeinsam mit Akteuren aus der Region zu etablieren.

 

Weitere Informationen zum Projekt „NAF-Bus“ finden Sie hier:

https://www.naf-bus.de/