AG Kulturgeographie

Aktuelles: Artikel zur Politischen Geographie erschienen

30.05.2020

Dünckmann, F. (2020): Nur für Schwindelfreie? Eine Geographie politischer Praktiken nach Hannah Arendt, In: Geographica Helvetica, 75 (2), S. 81–91

In Krisenzeiten wird die Legitimität bestehender sozialer Ordnungen oft in Frage gestellt. Diese Praktiken der Auseinandersetzung, die die Regeln unseres gesellschaftlichen Lebens in Frage stellen, kritisieren oder bekräftigen, machen den Bereich des Politischen aus. Dieser Artikel ergründet das Potenzial einer Politischen Geographie, die diese politischen Praktiken zu ihrem Hauptinteresse macht. Arendts politische Philosophie liefert die Grundlage für eine Geographie der politischen Praktiken, die danach fragt, (a) wie die Möglichkeit und Notwendigkeit des Politischen mit der Räumlichkeit unserer menschlichen Existenz verknüpft ist, (b) in welchem Verhältnis politische Praktiken zu räumlichen Strukturen und derProduktion bestimmter Orte, Räume und Maßstäbe stehen und (c) welche Rolle die Materialität bei der Stabilisierung, Beschränkung und Gestaltung politischer Praktiken spielt. Durch die Verbindung von Erkenntnissen aus Arendts Konzept des politischen Handelns mit neueren Ideen der Praxistheorien wird eine Definition politischer Praktiken vorgestellt, die sich auf drei Merkmale stützt - Reflexivität, Perspektivität und Expressivität. Ich werde argumentieren, dass diese metapragmatischen Praktiken, auch wenn sie sich von pragmatischen Praktiken unterscheiden, dennoch immer in das Netz unseres alltäglichen Handelns eingebettet und mit ihm verbunden bleiben.

Abrufbar unter https://www.geogr-helv.net/75/81/2020/